[Kleine Weisheit] Aus Fehlern lernen

Zerbrochener Teller

Ich bin mir sicher, dass ihr alle schon mal einen Fehler gemacht habt. Das ist gar nicht böse gemeint, sondern es ist ganz normal, dass man mal daneben liegt oder irgendetwas mächtig verbockt. In vielen Gesellschaften sind Fehler aber ein Tabuthema und anstatt sich damit auseinanderzusetzen, werden sie lieber unter den Teppich gekehrt. Das hilft letztendlich niemandem. Daher hier meine Tipps, wie ihr konstruktiver mit Fehlern umgehen könnt:

  • Gesteht euch den Fehler ein:
    Dieser Schritt ist leider mit der schwerste, denn sich einen Fehler einzugestehen ist natürlich nicht so angenehm. Zu sich selbst zu sagen: „Ja, ich habe einen Fehler gemacht“ kann aber auch sehr befreiend sein. Ihr müsst euch nicht verstecken, denn jeder macht mal Fehler.
  • Reflektiert euren Fehler:
    Findet heraus, wie diese Situation zustande gekommen ist. Dabei geht es nicht darum, jemandem die Schuld zu geben oder Ausreden zu finden. Ihr schaut euch einfach an, was zu dem Fehler geführt hat. Wart ihr vielleicht schlecht informiert, habt etwas vergessen oder wart ihr tollpatschig? Wenn ihr das herausgefunden habt, könnt ihr euch überlegen, wie ihr es in Zukunft besser machen möchtet. Vielleicht müsst ihr mehr Zeit für die Vorbereitung einplanen oder einfach mal nicht so viele Dinge gleichzeitig machen.
  • Lasst los:
    Es bringt nichts, ewig über etwas nachzudenken, was schief gelaufen ist. An einem gewissen Punkt solltet ihr euch sagen: „Das ist passiert und es war blöd, aber jetzt geht es weiter.“ Das ist ein sehr befreiendes Gefühl.
  • Entschuldigt euch:
    Wenn ihr mit eurem Verhalten jemandem weh getan habt, dann solltet ihr euch bei der Person entschuldigen. Damit zeigt ihr ihr, dass ihr es ernst meint und sorgt dafür, dass wieder normal miteinander umgehen könnt. Der Satz „tut mir leid“ kommt zwar nicht so einfach über die Lippen, aber euer Gegenüber wird es euch danken.

Am wichtigsten ist eigentlich, dass ihr euch klar macht, dass ein Fehler in der Regel nicht den Weltuntergang bedeutet. Nutzt ihn lieber als Chance, es in Zukunft besser zu machen. Dann haben alle etwas davon (:

 

Advertisements

[Kleine Weisheit] Reden ist Silber

Schweigen ist Gold. Bei mir ist zurzeit eher unfreiwillig Schweigen angesagt, denn ich habe eine dicke Erkältung und so gut wie gar keine Stimme. Zwar ist das unangenehm – wer ist schon gerne krank – aber auch lehrreich. Ich rede sonst nämlich ziemlich viel. Gerade der Freund hat abends oft unter meinen Arbeitsgeschichten zu leiden, die er als Außenstehender wahrscheinlich nur halb so lustig und interessant findet. Jetzt, da ich eigentlich gar nicht reden sollte, überlege ich viel bewusster, was ich ihm eigentlich gerne sagen möchte.

Das viele Reden ist sicher von der Persönlichkeit abhängig, aber auch von der Kultur. Viele Deutsche empfinden beispielsweise Redepausen als unangenehm und versuchen, sie schnellstmöglich zu füllen. Die meisten Japaner hingegen legen nach einem Satz bewusst Pausen ein, damit der Gesprächspartner das Gesagte verdauen und würdigen kann. Auf Bali gibt es sogar einen Feiertag, der dem Schweigen gewidmet ist. Sinn ist, dass man einen Tag lang sich selbst reflektiert und das geht am besten, wenn man einfach mal still ist. Dort patrouillieren sogar Polizisten, die für die Einhaltung der Ruhe sorgen. Und auch viele Nonnen und Mönche schweigen aus diesem Grund ganz bewusst.

Durch meine unfreiwillige Redepause ist mir klarer geworden, dass ich gar nicht alles erzählen muss. Einige Dinge behalte ich gerne bei mir und denke lieber darüber nach als sie direkt jemandem zu sagen. Trotzdem ist es natürlich schwer, sich das viele Reden abzugewöhnen, denn das mache ich ja schon jahrelang. Ich werde aber darauf achten, in Zukunft öfter mal bewusst Pausen einzulegen.

Wie ist das bei euch? Seid ihr eher quasselig oder ruhig?

[Kleine Weisheit] Gute-Laune-Glas

Was macht ihr, wenn ihr schlechte Laune habt? Wenn so gar nichts klappen will und ihr gestresst, frustriert und niedergeschlagen seid? Wenn es euch schwer fällt, aus dieser Stimmung auszusteigen, dann versucht es doch mal mit einem Gute-Laune-Glas. Manchmal braucht man einfach einen kleinen Schubs und die Welt sieht schon etwas fröhlicher aus. Und nein, ich meine nicht ein Glas Wein (;

Ihr braucht dazu mindestens ein Einmachglas, Papier und einen Stift. Und es ist hilfreich, wenn ihr beim Basteln gute Laune habt, dann fallen euch nämlich mehr positive Dinge ein. Denn ihr sollt Aktivitäten aufschreiben, die euch Spaß machen, entspannen oder sonstwie aufheitern. Die schreibt ihr auf kleine Zettel, steckt sie in das Glas und wenn die schlechte Laune mal wieder zuschlägt, zieht ihr einen Zettel und macht die Aktivität, die darauf steht. Das erfordert eine gewisse Selbstdisziplin, denn ihr müsst euch zusammenreißen und die Aktivität wirklich durchziehen. Denkt euch also ein paar mehr und ein paar weniger aufwändige Dinge aus. Hier ein paar Beispiele:

  • Das Gute-Laune-Glas hübsch verzieren
  • Eine Runde um den Block laufen
  • Beste Freundin/Mama/Oma anrufen
  • Eddie (mein Meerschweinchen) streicheln
  • Eine Folge Supernatural (Lieblingsserie) gucken
  • Eine Blume kaufen
  • Meditieren
  • Eine Runde Sport machen (es soll ja Menschen geben, denen das Spaß macht)
  • Nägel lackieren
  • Ein Kapitel im Lieblingsbuch lesen
  • Nackenyoga machen

Probiert es mal aus, ich bin gespannt, was ihr aufschreibt!

[Kleine Weisheit] Entscheidungen

Wie trefft ihr Entscheidungen? Macht ihr eine Pro-Contra-Liste? Werft ihr eine Münze? Holt ihr euch Rat bei anderen?

Wenn es darum geht, anderen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, bin ich sehr entscheidungsfreudig. Ich höre mir alle Seiten des Problems an und oft ist die Lösung für mich ganz klar. Wenn es aber um meine eigenen Entscheidungen geht, sieht es etwas anders aus. Der Gedanke, dass ich mich immer auch gegen etwas entscheide und ich dann nicht weiß, wie es hätte sein können, stresst mich. Was ist, wenn ich mit der anderen Entscheidung glücklicher geworden wäre? Was ist, wenn ich mich in fünf Jahren an diesen Moment erinnere und denke „Hätte ich nur…“?

„Hätte, hätte, Fahrradkette“, würde meine Mutter jetzt liebevoll sagen. Fakt ist doch, dass wir nicht wissen können, was gewesen wäre oder hätte sein können. Was wir aber können ist einerseits Informationen sammeln und andererseits in uns hineinhören. Um eine Entscheidung zu treffen, ist es hilfreich, genug Infos über beide Seiten zu haben. Ob es um den Kauf eines neuen Fahrrads, einer Kaffeemaschine oder einer Couch geht – oder um einen neuen Job, eine Beziehung oder den Umzug. Sorgt dafür, dass ihr für eure Entscheidung eine gute Grundlage habt. Dann kommt der schwierigere Teil: hört in euch hinein. Was glaubt ihr, mit welcher Entscheidung ihr glücklicher wärt? Stell euch zum Beispiel vor, wie euer erster Tag in der neuen Wohnung wohl aussehen würde. Würdet ihr euch wohlfühlen? Würdet ihr abends mit einem guten Gefühl ins Bett gehen? Oder gibt es etwas, was euch stört? Holt euch auch gerne Rat von anderen, aber vergesst nicht: es ist eure Entscheidung.

Und zu guter letzt: trauert nicht der Alternative nach, die ihr nicht gewählt habt. Vielleicht wäre sie tatsächlich besser gewesen, vielleicht aber auch nicht. Das können wir nunmal nicht wissen. Sorgt lieber dafür, dass ihr euch mit dem Entschluss wohl fühlt, denn ihr gefasst habt.

[Kleine Weisheit] Spürt eure Füße!

Heute gibt es mal eine kleine Übung zur Körperwahrnehmung, die auch zum guten Wetter passt. Sie geht sogar sehr einfach: lauft barfuß! Na okay, ein bisschen mehr steckt schon dahinter. Obwohl wir unsere Füße ziemlich häufig benutzen, nehmen wir sie weniger häufig wahr. Sie laufen eben automatisch. Erst, wenn der Schuh drückt oder wenn wir stolpern, werden wir auf sie aufmerksam. Dabei sind Füße sehr sensibel und es kann sehr angenehm sein, sie anderen Reizen auszusetzen. Wenn ihr ihnen also mehr Aufmerksamkeit schenken möchtet, folgt dieser kurzen Anleitung:

  1. Sucht euch draußen eine Stelle mit einem Bodenbelag eurer Wahl. Das kann weiches Gras sein, ein Schotterweg oder warmer Beton. Achtet dabei bitte darauf, dass euch keine Wespe in die Quere kommt oder ihr euch die Füße verbrennt.
  2. Nun zieht ihr eure Schuhe und Socken aus und stellt euch erst einmal hin. Konzentriert euch auf eure Füße: was fühlt ihr? Bewegt ruhig schon mal die Zehen oder verlagert euer Gewicht und achtet darauf, wie sich das Gefühl verändert.
  3. Dann könnt ihr anfangen, langsam loszugehen. Seid dabei vorsichtig, besonders wenn ihr das nicht oft macht. Wie gesagt, eure Füße sind empfindlich. Ihr werdet wieder merken, wie die neuen Reize auf euch wirken und was ihr mit euren Füßen alles spüren könnt. Vielleicht ist das Gras kitzelig, oder auf dem Beton liegen kleine Steinchen, die ihr mit bloßem Auge gar nicht gesehen hättet.
  4. Bei Sommerwetter könnt ihr eure Füße nach der Übung mit kaltem Wasser abduschen. Das reinigt sie nicht nur, sondern ist auch sehr erfrischend und kühlt den ganzen Körper.

Klingt euch zu abgedreht? Versucht es einfach mal! Ich mache die Übung am liebsten auf Wegen mit eher groben Steinen, das ist fast wie eine Fußmassage.

[Kleine Weisheit] Langeweile

Woran denkt ihr, wenn ihr an Langeweile denkt? An lange Zugfahrten, Warteschlangen, Vorlesungen und öde Sonntagnachmittage? Meist ist der Begriff negativ besetzt. Man hat nichts zu tun, oder keine Lust, etwas zu tun und schwupps, hängt man quengelig rum. Der Duden schlägt als gängige Wendung sogar „vor Langeweile fast sterben“ vor. So weit muss es aber nicht kommen, denn ich habe drei Tipps für euch, wie ihr besser mit Langeweile umgehen könnt:

  1. Macht euch noch mal bewusst, dass Langeweile kein „schlechtes“ Gefühl ist. Akzeptiert, dass euch gerade langweilig ist und dass das Gefühl bald wieder vorübergeht. Darüber habe ich in meinem Beitrag „Gefühlswelten“ geschrieben.
  2. Genießt es, nichts zu tun! Denn wann kommt das heutzutage noch vor? Ständig hat man das Smartphone in der Hand, den Fernseher an oder ist anders abgelenkt. Lasst einfach mal alles liegen und eure Gedanken schweifen und hört in euch hinein. Das klappt vielleicht nicht beim ersten Mal, aber mit ein bisschen Übung bestimmt bald.
  3. Sorgt vor und nutzt die Langeweile! Wie ich vor ein paar Wochen berichtet habe, hat mich am Anfang meines Praktikums die lange Pendelzeit belastet. Ich hatte das Gefühl, dass mir diese Zeit geraubt wird und wusste nicht, was ich mit ihr anfangen sollte. Jetzt nutze ich sie zum Schreiben von Blogbeiträgen oder Bewerbungen. Und ich habe immer Musik oder ein Buch dabei. Überlegt, wie ihr ungewollte Leerzeiten sinnvoll nutzen könnt, dann kommen sie euch nicht so verschwendet vor. Wenn euch zuhause oft langweilig ist, dann schreibt doch mal ein paar Aktivitäten auf Zettel und immer wenn ihr quengelig seid, zieht ihr einen und tut das, was draufsteht. Dann wird aus dem öden Nachmittag vielleicht ein langer Spaziergang, ein Telefonat mit der besten Freundin oder eine Beauty-Behandlung.

Diese drei Tipps geben euch das Gefühl, der Langeweile nicht ausgeliefert zu sein, sondern sie zu akzeptieren und zu nutzen.

Quelle: Duden

[Kleine Weisheit] Möglichkeitenfenster

Auf dem Weg zum Westparkfest, über das ich in den nächsten Tagen berichten werde, ist dem Freund und mir etwas Tolles passiert! Wir hatten gerade die Straßenbahn verpasst und waren daher zu Fuß in Richtung Dortmunder Innenstadt unterwegs, da sahen wir plötzlich einen herzförmigen Luftballon mit einer Karte an seiner Schnur auf der Straße schweben. Er hatte sich am Zaun der Straßenbahnstrecke verfangen und der Wind versuchte eifrig, ihn zu befreien. Ich mag Luftballons und ich mag Überraschungen, deswegen wollte ich ihn unbedingt haben und sehen, was auf der Karte steht. Eine geheime Botschaft, ein Liebesbrief? Aber es ist doch albern, als Erwachsene einem Ballon hinterherzulaufen, der vom Wind immer weiter in die Gegenrichtung getragen wird, oder? Das sieht ja albern aus! Außerdem verpassen wir dann wahrscheinlich die nächste Bahn und vielleicht kriegen wir ihn gar nicht eingefangen. Wie peinlich!

Das alles schwirrte mir im Kopf herum und erinnerte mich an etwas, das mal der Moderator einer AIESEC-Konferenz gesagt hat: es gibt Möglichkeitenfenster, die sich öffnen, eine Zeit lang offen bleiben und sich dann wieder schließen. Wir können uns überlegen, ob wir die Möglichkeit ergreifen wollen – aber nicht zu lang, denn sonst ist das Fenster zu und die Gelegenheit verstrichen. Das habt ihr sicher schon mal in der Schule erlebt, als ihr nicht genau wusstet, ob eure Antwort richtig ist und ihr euch deswegen nicht gemeldet habt. Wenn sie dann tatsächlich richtig war, habt ihr euch geärgert. Oder ihr habt unterwegs jemanden gesehen, den ihr gerne ansprechen würdet, aber ihr habt euch nicht getraut. Wenn mir so etwas passiert, mache ich mir bewusst, wie viel Zeit ich habe, um eine Entscheidung zu treffen und überlege, ob ich mich ärgern würde, wenn ich die Gelegenheit verpasse.

Ich hätte mich auf jeden Fall geärgert, wenn ich dem Ballon nicht nachgelaufen wäre. Und tadaaa:

Herzluftballon

Die Karte war vom Tag gegen Homophobie und Transphobie und kam von einem Kind, das ein paar Strichmännchen draufgemalt hatte. Keine geheime Botschaft also und kein Liebesbrief, aber ich habe mich trotzdem gefreut wie ein Schnitzel und den halben Tag vor mich hingegrinst!

Wenn ihr das nächste Mal so etwas erlebt, dann stellt euch doch mal das Fenster vor, vielleicht fällt euch die Entscheidung dann leichter!