Kleine Weisheit Nr. 6 – Gefühlswelten

Puh, im Moment habe ich eine DIY Blockade. Womöglich liegt das daran, dass Winter ist. Da kuschele ich mich nach der Arbeit und an den Wochenenden am liebsten ins Bett und schaue Serien. Manchmal ist es schwer, aus so einem Trott auszubrechen und mehr Energie zu finden; man fühlt sich irgendwie gefangen in diesem Gefühl. Darüber möchte ich heute schreiben. Das wichtigste ist, dass es meiner Meinung nach keine „guten“ oder „schlechten“ Gefühle gibt. Natürlich hat man einige Gefühle lieber als andere. Liebe fühlt sich besser an als Eifersucht, Freundschaft besser als Einsamkeit. Trotzdem sind Eifersucht und Einsamkeit nicht „schlecht“, nur etwas unangenehm. Um mit solchen Gefühlen umgehen zu können und sich nicht darin zu verlieren, ist es wichtig, zu akzeptieren, dass es sie gibt und dass sie zum Leben dazu gehören. Und vor allem, dass sie vorüber gehen. Genau wie Achtsamkeit muss man das regelmäßig üben. Hier sind zwei Techniken, mit denen sich unangenehme Gefühle besser ertragen lassen:

Variante 1

Konzentriere dich auf das Gefühl und stelle dir folgende Fragen: Erstens: Ist es angemessen, dass ich dieses Gefühl überhaupt fühle? Und zweitens: Ist die Intensität des Gefühls angemessen? Das hat bei mir immer gut mit Eifersucht funktioniert. Wenn dein Partner oder deine Partnerin alleine auf eine Party geht, weil er oder sie einen anderen Freundeskreis hat, ist es in Ordnung, ein bisschen eifersüchtig zu sein. Die Antwort auf die erste Frage wäre also: „Ja, es ist angemessen, dass ich eifersüchtig bin.“. Wenn du aber stundenlang weinend im Bett liegst und dich auf nichts anderes mehr konzentrieren kannst, weil du dir solche Sorgen macht, dann ist die Intensität nicht angemessen. Du solltest dann aktiv dafür sorgen, das Gefühl abzumindern. Das heißt nicht, dass du dich dafür schämen musst, dieses Gefühl zu haben oder es gar verdrängen sollst. Beschäftige dich damit und konzentriere dich darauf, dass es wieder weggehen wird.

Variante 2

Diese Variante macht ein bisschen mehr Spaß als Variante 1. Konzentriere dich auf das Gefühl und stell es dir vor wie ein niedliches Monster, das dich nervt. Ist es ein großes Monster, das neben dir im Raum steht und Platz wegnimmt, oder ein kleines aufgedrehtes, das ständig an dir zieht und zerrt? Ist es flauschig, laut, welche Farbe hat es? Versuche, dir das Monster so genau wie möglich vorzustellen und dabei darauf zu achten, dass es einigermaßen niedlich bleibt. Du kannst dir auch vorstellen, dass du mit dem Monster redest und es als Gast in deinemWohnzimmer empfängst. So gehst du spielerisch mit dem Gefühl um und lenkst dich gleichzeitig ein bisschen ab.

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Kleine Weisheit Nr. 4 – Achtsamkeit

Hui, ich bin ganz stolz auf mich, dass dies schon der vierte Post in meiner neuen Rubrik ist! Es ging schon um Rituale, das innere Kind und um Freundschaft – heute ist Achtsamkeit dran. Achtsam sein heißt meiner eigenen Definition nach, dass man sich ganz auf etwas konzentriert und dabei den Rest der Welt ausblendet. Das hilft bei Stress, Nervosität und bei unangenehmen Gefühlen. Wie vieles andere funktioniert Achtsamkeit nicht auf Anhieb, sondern will geübt werden. In der einfachsten Variante könnt ihr achtsam atmen und euch dabei beispielsweise auf den Atemrhythmus oder eure Atemgeräusche konzentrieren oder darauf achten, wie sich euer Bauch beim Atmen hebt und senkt. Hier sind noch zwei andere Übungen:

Achtsam essen

Sucht euch eine Süßigkeit aus, die ihr gerne esst. Am besten etwas Kleines, was einzeln verpackt ist, z.B. einen Kinderriegel. Es geht darum, euch mit allen Sinnen auf das Auspacken und Essen dieser Süßigkeit zu konzentrieren und dabei an nichts anderes zu denken. Am besten macht ihr diese Übung also an einem ruhigen Ort und mit genug Zeit. Schaut euch erst die Verpackung an. Ist sie bunt oder eher schlicht? Stehen viele Worte drauf? Wie fühlt sie sich an? Knistert sie, wenn ihr sie öffnet? Nun geht es um die Süßigkeit an sich: wie sieht sie aus? Ist ihre Oberfläche glatt? Schmilzt sie, wenn ihr sie in der Hand haltet? Wonach riecht sie? Wie hört es sich an, wenn ihr reinbeißt? Zergeht sie auf der Zunge? Und wie schmeckt sie?
Auf Anhieb hört sich diese Übung vielleicht komisch an, aber sie ist wirklich sehr interessant!

Achtsam einschlafen

Manchmal schwirren mir vor dem Einschlafen tausend Gedanken durch den Kopf und ich weiß gar nicht, wo ich zuerst „hindenken“ soll. Da hilft es, wenn ich mich auf meinen Körper konzentriere. Meist schlafe ich dann ein, bevor ich alle Körperteile durch habe! Beginnt damit, euch bewusst zu machen, wie ihr gerade liegt. Auf dem Bauch, auf dem Rücken, oder auf der Seite? Seid ihr ein kleines Päckchen, oder habt ihr alle Viere von euch gestreckt? Ist euer ganzer Körper mit der Decke bedeckt? Dann geht ihr alle Körperteile durch. Fangt zum Beispiel mit dem linken Fuß an: berührt er das Bett, oder die Bettdecke? Fühlt er sich warm oder kalt an? Vom Fuß aus wandert ihr weiter nach oben das Bein entlang und geht den ganzen Körper durch. Wie gesagt schafft ihr vermutlich gar nicht alles, weil ihr zwischendurch einschlaft.

Es gibt auch viele Übungen, die ihr besser in euren Alltag einbinden könnt. Wenn ihr genug geübt habt, könnt ihr in Stresssituationen darauf zurückgreifen und seid ganz schnell wieder entspannt und selbstsicher (: